Evangelisch-luth. Kirchengemeinde

Hessisch Oldendorf

Kindergottesdienstgruppe


25 Kinder im Alter von fünf bis dreizehn Jahren gehören momentan zur Kindergottesdienstgruppe der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Marien. Geleitet wird die Gruppe von Anja Förster, Leonie und Annette Hensel.

In der Schulzeit findet der Kindergottesdienst immer sonntags von 10 bis 11 Uhr statt, sodass Eltern den zeitgleich stattfindenden Hauptgottesdienst besuchen können.

Mit einem festen Ablauf beginnen wir unsere sonntäglichen Treffen: Zuerst wird der Altar geschmückt mit unserer eigenen Decke, auf der alle unsere Hände aufgezeichnet sind, unserer selbst gestalteten Kerze, einem Kreuz, unserer Geburtstagskiste, in der kleine Geschenke für die, die Geburtstag hatten, drin stecken. Denn jeder Geburtstag wird auch gewürdigt. Häufig bringt das Geburtstagskind etwas zum Naschen mit… Außerdem steht auf dem Altar noch unsere Kollektenflasche. Die haben Berufsschüler extra für unsere Gruppe hergestellt mit dem Kindergottesdienstlogo darauf.

Mit dem Geld, das wir sonntags einsammeln, unterstützen wir unsere Patenkinder, die achtjährigen Zwillinge Edwin und Bonifaz, in Tansania – und das schon seitdem sie auf der Welt sind. Im Oktober 2000 hatte uns Beate Obergfell, die in dieser Zeit als Entwicklungshelferin in Tansania tätig war, von den beiden Jungen berichtet, im Sommer 2006 war dann auch der Onkel der Beiden bei uns zu Besuch und erzählte aus deren Leben. Mit dem gesammelten Geld konnten die Zwillinge Schuhe bekommen, alle Kinder ihres Ortes konnten geimpft werden und die Mutter der Jungen konnte sich ein Kaffeefeld und Baumaterial für ein eigenes Haus kaufen. Für unsere Gruppe ist es ein tolles Gefühl zu erfahren, wie sehr wir armen Menschen, die weit entfernt leben, helfen können.

Wenn der Kindergottesdienst beginnt, begrüßen wir uns alle mit Namen, dann wird das Geld für die Zwillinge in der Flasche gesammelt, danach werden Geburtstage gefeiert und ein Gebet gesprochen. Zum Abschluss unserer Begrüßungsrunde singen wir immer ein Lied. Anschließend machen wir ganz unterschiedliche Dinge. Mal erzählen oder spielen wir eine Bibelgeschichte und besprechen sie. Dabei hilft auch Zappi, unsere Erzählschildkröte, die manchmal auf dem Altar, meistens aber auf der Hand eines der Kindergottesdienstkinder sitzt. Regelmäßig geben wir unseren Erzählstein, der auch auf dem Altar liegt, herum. Nacheinander können wir dann von Erlebtem berichten, das uns in den vergangenen Tagen bewegt hat – Schönes wie Trauriges. Manchmal basteln wir, zum Beispiel gestaltet unsere Gruppe die Taufkerzen der Kirchengemeinde. Dafür haben wir schon viel Lob erhalten. Wir üben neue Lieder oder Tänze, spielen Spiele wie „Feuer, Wasser, Erde, Luft“ oder frühstücken gemeinsam. Dabei darf unser Tischrap „Für dich und für mich ist der Tisch gedeckt“ nicht fehlen. Gelegentlich gehen wir auch am Anfang oder zum Ende hin in den Hauptgottesdienst, um die Aufführung von einer anderen Gruppe anzusehen oder um selber für die Besucher etwas aufzuführen. Das ist dann meistens für die Leute in der Kirche eine Überraschung, wenn wir zum Beispiel für einen Täufling ein Lied singen. Unser Kindergottesdienst endet immer mit dem gemeinsam im Kreis gesprochenen Vaterunser und mit einem Segenslied.

Verschiedene Aktionen unserer Gruppe finden jedes Jahr statt. Am Sonntag vor oder nach dem Weltgebetstag Anfang März feiern wir den Weltgebetstag für Kinder. In diesem Jahr haben wir einiges aus dem Leben der Kinder in Guyana, über ihren Alltag und über ihr Land erfahren. Alljährlich beginnen wir nach den Herbstferien mit den Proben für unser Krippenspiel – immer ein neues – und treffen uns ein Mal für eine intensive Probe von Freitag auf Samstag mit Übernachtung. Auf Matratzen liegen wir dann im Gemeindehaus oben im Unterrichtsraum – das ist jedes Mal ein tolles Erlebnis. Nachmittags und am Morgen danach wird aber gelernt. Einmal waren wir abends vor dem Schlafengehen alle bei einem Engelkonzert in der katholischen Kirche, ganz vorne in den ersten beiden Reihen. Im vergangenen Jahr waren wir dabei, als abends die Adventsbeleuchtung in der Innenstadt angeschaltet wurde. Es gab für alle Berliner und warmen Kakao und der Baxmann hat unsere Gruppe dann noch durch die Lange Straße geführt und uns etwas über die Stadtgeschichte erzählt. Unser Krippenspiel führen wir übrigens nicht nur an Heilig Abend in unserer Kirche auf – dann sogar auf Leinwand übertragen, sondern immer auch samstags zuvor im Altenheim Poppelbaum. Das ist für die alten Leute dort eine besondere Freude. Unsere Aufführungen sind mittlerweile schon so bekannt, dass wir im Dezember 2007 sogar für eine Adventsfeier in der Scharnhorstresidenz gebucht wurden. Witzig ist es, wenn wir im Januar unsere Krippenspielaufführung auf Video ansehen.

Mit anderen Kindergottesdienstgruppen aus der Region treffen wir uns jedes Jahr zum Wesertalkindergottesdienst – immer in einer anderen Gemeinde. So lernen wir nach und nach alle Kirchen und Gemeindehäuser der Umgebung kennen. Zum dritten Mal fahren wir in diesem Jahr mit anderen Kindergottesdienstgruppen auf eine Wochenendfreizeit – diesmal ins Kloster Möllenbeck. Zur Vorbereitung treffen sich verschiedene Leiterinnen von Kindergottesdienstgruppen, wählen ein Thema aus – diesmal: Erfahrungen mit Meditation und Stille – und planen den Ablauf. Die Kontakte werden dadurch bei Erwachsenen und bei Kindern enger. Mit anderen Kindergottesdienstgruppen waren wir auch einmal im Taubblindenzentrum in Fischbeck und haben uns alles zeigen und erklären lassen, gemeinsam haben wir auch schon Konzerte besucht. Mit der katholischen Kinderkirchgruppe haben wir einen Kindergottesdienst rund um das Thema „Fußball“ abgehalten, bei dem es auch um Kinderarbeit bei der Herstellung von Fußbällen ging. Im Anschluss an den ökumenischen Pfingstmontagsgottesdienst 2006 haben einige von uns dann auch beim Fußballturnier mitgespielt. Außerdem treffen wir uns jedes Jahr am Martinstag mit katholischen Kindern, um gemeinsam zu singen, basteln, essen und abends am Martinsumzug und an der Andacht teilzunehmen. Bei einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Münchhausenhof waren wir mit einem Lied dabei.

Bereits zweimal sind wir im Baxmannbad bei Gottesdiensten aufgetreten; dort sind wir am alljährlichen Sommerfest auch immer mit einem Spielestand beteiligt.
Unser Kindergottesdienst mit Omas und Opas zum Thema Ostern war ein besonderes Erlebnis.

Manchmal bearbeiten wir im Kindergottesdienst große Themenblöcke wie zum Beispiel das „Abendmahl mit Kindern“. Dafür haben wir im Vorfeld einen Antrag an den Kirchenvorstand gestellt, dass in unserer Gemeinde Kinder zum Abendmahl zugelassen werden. Mehrere Wochen lang ging es dann im Kindergottesdienst um verschiedene Bibelgeschichten zum Thema und um die Bedeutung des Abendmahls, bis wir erst im kleinen Kreis und schließlich im Zuge eines Familiengottesdienstes das Abendmahl feierten. Dafür hat unsere Gruppe auch einen eigenen Abendmahlskelch angeschafft.

Ein anderes großes Thema war „Taufe“. Damit beschäftigten wir uns auf unserer Freizeit im „Schloss Baum“ und feierten kurz darauf mit unserem Superintendenten Andreas Kühne-Glaser und verschiedenen anderen Gemeindegruppen einen Tauferinnerungsgottesdienst.

Mehrmals im Jahr werden in unserer Kirche Familiengottesdienste gefeiert: am Ostermontag, im Sommer zu bestimmten Themen, die oftmals unsere Gruppe vorgibt, zu Erntedank und am 1. Advent. Bei diesen Gottesdiensten wirken wir immer mit Liedern, Gebeten oder Tanzeinlagen mit. Viele unserer Familienangehörigen kommen, um mit uns zu feiern. Besonders toll ist, wenn am Ende solcher sehr gut besuchter Gottesdienste die Gemeinde einen großen Kreis bildet, um so den Segen zu empfangen.

Normalerweise findet der Kindergottesdienst in einem der Räume im Gemeindehaus statt. Sind diese ausnahmsweise belegt, treffen wir uns im Jugendhaus in der Schulstraße 28. Und bei tollem Wetter feiern wir den Kindergottesdienst auch schon mal im Pfarrgarten und toben dort herum. Viele der Kinder machen über Jahre in unserer Gruppe mit. In dieser Zeit werden nicht nur Lieder, Vaterunser und Glaubensbekenntnis erlernt, sondern es wird Gemeinschaft erfahren und die Hemmschwelle, über Gott und über den eigenen Glauben zu sprechen, wird überwunden.